Rechner
Geschätzte DSL-Datenraten
ADSL2+
VDSL2 Vectoring
Supervectoring
FTTB (G.fast)
Kabelmantel
Annex
Annex J aktiv
Rechner
Leitungslänge, Profil und Material im Blick
Die erreichbare DSL-Datenrate hängt auf Kupfer vor allem von Leitungslänge, Kabelqualität und genutztem Frequenzprofil ab. Der Rechner ordnet ADSL2+, VDSL2 17a, Supervectoring 35b und kurzes FTTB mit G.fast praxisnah ein.
Je länger die Kupferstrecke, desto stärker sinken Pegel, SNR und damit die realistische Datenrate.
Dickeres Kupfer reduziert die Leitungsdämpfung und verschiebt brauchbare Reichweiten etwas nach oben.
Annex J verbessert nur den ADSL-Upstream, nicht aber VDSL2 oder Supervectoring.
G.fast ist nur für sehr kurze Kupferstücke sinnvoll, typischerweise ab DPU im Gebäude.
Profile
Wie sich ADSL, VDSL und G.fast unterscheiden
DSL-Profile nutzen denselben Kupfergrundweg, aber sehr unterschiedliche Frequenzbereiche. Je höher das Profil, desto mehr Bandbreite ist grundsätzlich möglich, gleichzeitig steigen aber auch Dämpfung, Crosstalk-Empfindlichkeit und die Anforderungen an die Leitungsqualität.
ADSL2+
ADSL2+ nutzt vergleichsweise niedrige Frequenzen und ist dadurch langstreckentauglicher, bietet aber deutlich weniger Downstream als moderne VDSL-Profile.
- Typisch für lange Kupferstrecken aus der Vermittlungsstelle
- Downstream bis rund 24 Mbit/s unter guten Bedingungen
- Annex J hebt vor allem den Upstream an
VDSL2 17a
VDSL2 Vectoring verschiebt mehr Spektrum in den Downstream und wird typischerweise ab dem Kabelverzweiger oder Multifunktionsgehäuse bereitgestellt.
- Typisch bis 100 Mbit/s im Downstream
- Reagiert deutlich stärker auf Leitungslänge als ADSL2+
- Vectoring reduziert Übersprechen zwischen Teilnehmern
Supervectoring 35b
35b verdoppelt das nutzbare Spektrum gegenüber 17a. Dadurch sind höhere Datenraten möglich, die Kupferstrecke muss aber kurz und sauber bleiben.
- Typisch bis 250 Mbit/s im Downstream
- Stark abhängig von Inhausverkabelung und Störumfeld
- PLC fällt in der Praxis oft direkt in dieses Spektrum
FTTB mit G.fast
G.fast ist keine klassische Vermittlungsstellen-Technik. Das Profil lohnt sich nur auf sehr kurzen Kupferstücken ab DPU, meist innerhalb des Gebäudes.
- Kurze Restkupferstrecke nach Glasfaser bis ins Gebäude
- Hohe Datenraten auf wenigen zehn bis wenigen hundert Metern
- Deutlich höhere Frequenzen als VDSL2
Praxis
In der Praxis limitiert selten nur ein einzelner Faktor. Ein gutes Profil an einer schlechten Inhausstrecke bleibt instabil, während eine saubere kurze Kupferstrecke selbst mit moderaten Parametern oft deutlich bessere Netto-Werte liefert.
Aderkennung
Telekom-Sternvierer sauber lesen
Installationskabel im Telekom-Umfeld sind häufig in Sternvierern organisiert. Die Farbreihenfolge kennzeichnet das Bündel, zusätzliche Striche unterscheiden die Adern innerhalb der beiden Paare.
Farben und Striche
1. Rot
2. Grün
3. Grau
4. Gelb
5. Weiß
Einordnung
Das erste Paar eines Sternvierers. In einfachen Installationen ist genau dieses Paar oft zuerst belegt.
Das zweite Paar desselben Bündels. Zusätzliche Strichgruppen unterscheiden es vom ersten Paar.
Die Reihenfolge Rot, Grün, Grau, Gelb, Weiß hilft bei größeren Kabeln, Bündel schnell zu identifizieren.
Praxis
Kabelmantel, Annex und typische Grenzen
Die reine Sync-Rate erzählt nie die ganze Geschichte. Gerade auf alten Kupferstrecken entscheiden Kabelaufbau, Fehlstellen, Hausinstallation und genutzte Annex-Variante darüber, wie stabil ein Anschluss unter Last wirklich arbeitet.
Papiermantel vs. Kunststoff
- Papiermantelkabel sind oft älter und in der Praxis häufiger störanfällig
- Unsymmetrie, Feuchtigkeit und Übergänge verschlechtern das Hochfrequenzverhalten
- Moderne kunststoffisolierte Kabel dämpfen meist etwas günstiger
Annex B und Annex J
- Annex B reserviert klassisch ein ISDN-Sperrband
- Annex J gibt diesen Bereich für DSL-Upstream frei
- Die Wirkung ist im Wesentlichen auf ADSL beschränkt
Inhausverkabelung
- Lange ungenutzte Stichleitungen wirken wie Fehlanpassungen
- Parallele Führung zu Stromleitungen erhöht Einkopplungsrisiken
- Kurze, saubere Leitungswege helfen oft mehr als Profilwechsel
Störer
- PLC, Schaltnetzteile und schlechte Hausinstallationen heben den Rauschboden an
- Höhere Profile reagieren empfindlicher auf Störungen im oberen Spektrum
- Instabile Anschlüsse zeigen sich oft zuerst als CRC, ES oder Resyncs